Präventive Maßnahmen

Es existiert eine Vielzahl von präventiven Maßnahmen zum Hochwasserschutz von Gebäuden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl städtebauliche Aspekte als auch spezifische Lösungen, die direkt am Gebäude installiert werden können. Im Großen und Ganzen lassen sich die am Gebäude umsetzbaren Maßnahmen in zwei Kategorien unterteilen.

Wasserableitung

Diese zielen darauf ab, das Wasser vom Gebäude fernzuhalten und somit das Risiko von Schäden zu minimieren.

Flexible Hochwasserbarrieren („Airtubes“) und Flexiwalls

Aufblasbare oder mit Wasser befüllte Barrieren aus robustem PVC bieten eine flexible, schnell einsetzbare Möglichkeit zum Hochwasserschutz. Durch ihre Befüllung werden sie stabil und schwer, sodass sie zuverlässig Wasser zurückhalten. Nach dem Einsatz können sie entleert, getrocknet und platzsparend gelagert werden – ideal für den mobilen, kurzfristigen Schutz.

Dammbalkensysteme, Hochwasserschotts und Schutzsperren

Diese Systeme bestehen aus widerstandsfähigen Aluminiumbalken, die in seitliche Führungsschienen eingesetzt werden. Sie lassen sich innerhalb kurzer Zeit montieren und flexibel an unterschiedliche Öffnungsgrößen und Wasserstände anpassen. Dadurch eignen sie sich besonders für Türen, Tore, Garagen und andere Zugänge.

Pumpen

Mobile oder stationäre Pumpen ermöglichen die schnelle Ableitung von eingetretenem Wasser und sind zentral für die aktive Hochwasserabwehr. Sie minimieren Schäden, indem sie überflutete Bereiche effizient entwässern und das Eindringen von Wasser nicht unkontrolliert anwachsen lassen.

Gebäudeverstärkung

Diese konzentrieren sich darauf, die Widerstandsfähigkeit des Gebäudes gegenüber den Auswirkungen von Hochwasser zu erhöhen.

Hochwasserabdichtungen für Türen und Fenster​

Spezialanfertigungen wie wasserdichte Türen und druckwasserdichte Fenster sorgen für einen hermetischen Abschluss und verhindern das Eindringen von Wasser, selbst bei hohem Wasserdruck. Sie sind besonders für gefährdete und unterirdische Bereiche essenziell.

Abdichtung von Technikräumen

Durch wasserdichte Türen und Fenster sowie den Einsatz spezieller Wandmaterialien werden Technik- und Laborräume zuverlässig gegen eindringendes Wasser geschützt. Dies bewahrt sensible Geräte und Anlagen vor Ausfall oder irreparablen Schäden.​

Fassadenabdichtung

Durch außenliegende Abdichtungen, spezielle Dichtstoffe und wasserabweisende Beschichtungen wird verhindert, dass Wasser über Fugen oder poröse Bereiche in die Gebäudehülle eindringt. Diese Maßnahmen bieten zusätzlichen Schutz vor Sicker- und Druckwasser.

Verstärkung der Tragstruktur

Die Ergänzung oder Verstärkung tragender Bauteile erhöht die strukturelle Stabilität eines Gebäudes gegenüber Wasserdruck und Strömungskräften. Dies ist besonders in stark hochwassergefährdeten Gebieten wichtig, um strukturelle Schäden oder Deformationen zu vermeiden.